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Etwas Geschichte

Von den Gründervätern zu Gewerkschaftsmilitanten

Zwischen den zwei Weltkriegen und zu Beginn der Weltwirtschaftskrise schlossen sich die Kraftfahrer Luxemburgs zu einem Interessenverein zusammen. Die "Association Professionelle et de Secours Mutuels des Conducteurs d'Automobiles du Grand-Duché de Luxembourg", kurz ACAL, war geboren. Die Gründungsversammlung vom 7. August 1930 in Luxemburg fand im Beisein von 80 Berufsfahrern statt. Doch lassen sich die Spuren erster Kontaktaufnahmen und Versammlungen bis in das Jahr 1928 zurückverfolgen. Die Gründungszeit der ACAL war auch die Zeit, als das Auto immer populärer wurde. Zur Erinnerung: das erste Serienauto, das mit der Einführung der Fließbandarbeit in der europäischen Automobilindustrie angefertigt wurde, lief 1920 vom Band. Die Popularität des Automobils trug dazu bei, dass mehr und mehr Berufsfahrer benötigt wurden. Die erste Autobuslinie in der Stadt Luxemburg verband im Jahr 1926 die Vororte Rollingergrund und Hamm mit der Stadt. Die damals zum Einsatz gekommenen Lkws und Busse waren alles andere denn bequem für die Kraftfahrer, wobei tatsächlich die Betonung auf dem Wort "Kraft" lag. Zur Gründungzeit der ACAL wurden die Berufsfahrer noch als Hauspersonal betrachtet. Sie waren weder kranken- noch pensionsversichert. Eine berufliche Ausbildung gab es nicht.

Die Ziele von 1930

Die ACAL hatte sich 1930 zum Ziel gesetzt, die beruflichen Interessen ihrer Mitglieder zu wahren, Arbeitsstellen weiter zu vermitteln, Aufklärungsversammlungen über Rechte und Pflichten der Berufskraftfahrer zu organisieren mit dem Ziel, Unfällen vorzubeugen und somit die Sicherheit am Arbeitsplatz zu verbessern, in besonderen Fällen Rechtsschutz zu gewähren, in finanzielle Not geratene Mitglieder zu unterstützen sowie Krankengeld an arbeitsunfähige Mitglieder zu zahlen. Dafür gründete sie bald eine Hilfskasse, deren Satzungen am 9. Februar 1931 im Memorial veröffentlicht wurden. Von da an war die Hilfskasse der ACAL staatlich anerkannt. Die Krone im ACAL-Emblème lässt auf das Jahr 1931 schließen, als Prinz Felix das Schirmherrschaft der ACAL übernahm. Auch wurde der Verband im gleichen Jahr vom Automobilclub offiziell anerkannt.
Der erste Vorstand setzte sich aus folgenden Kollegen zusammen: Präsident: Eugène Schaal, Esch/Alzette; Vize-Präsident: Dominique Degasso, Luxemburg; Sekretär: François Gilson, Luxemburg; Kassierer: Pierre Diederich, Luxemburg; Beisitzende: Charles Horling, Colmar-Berg; Georges Ney, Steinsel; Adolph Schmitz, Luxemburg; Michel Hein, Luxemburg.

Erste Erfolge und erste Niederlagen

Der erste gewerkschaftliche Erfolg bestand in einer Anerkennung des Fahrerberufs Anfang der 30er Jahre, was sich dementsprechend positiv auf die Mitgliederzahl auswirkte. Bis vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wuchs die Zahl der Mitglieder auf über 1000 an. Während der Nazi-Okkupation wurde das gesamte Vermögen der ACAL beschlagnahmt und ihre Aktivitäten verboten. Das Vermögen floss an den "National-Sozialistischen Kraftfahrer-Korps" (N.S.K.K.). Nach Kriegsende kamen die Aktivitäten nur schleppend voran. Fehlende Mitgliederkarteien, mangelnde Finanzmittel erschwerten die Arbeit. Anfang der 50er Jahre konzentrierte sich die ACAL verstärkt auf die gewerkschaftliche Aktivitäten. Vorrangig wollte sie endlich eine Anerkennung des Fahrerberufs. Am 12. Dezember 1954 beschloss eine außerordentliche Generalversammlung, sich dem "Landesverband Luxemburger Eisenbahner" anzugliedern, um so die gewerkschaftlichen Interessen besser durchsetzen zu können. Ein diesbezüglicher Vertrag wurde unterzeichnet und trat am 1. Januar 1955 in Kraft. Die ACAL erhielt zum ersten Mal einen hauptamtlichen Sekretär, was die Arbeit erheblich erleichterte, waren doch die Vorstandsmitglieder allesamt Berufskraftfahrer, die stets unterwegs waren und wenig Zeit hatten, sich der Gewerkschaftsarbeit zu widmen.
Vier Jahre später, 1959, waren erste gewerkschaftliche Erfolge zu verzeichnen. Der damalige Transportminister Vic Bodson führte, auf Druck der ACAL, den Berufsführerschein, auch Permis "H" genannt, ein. Nach dem Regierungswechsel im Jahr 1969, zog der liberale Transportminister Marcel Mart das Gesetz über die Einführung des Berufsführerscheins wieder zurück. Ein harter Schlag für die Berufsfahrer.

Erste Kollektivverträge

Am 30. Mai 1969 konnte der erste Kollektivvertrag für Busfahrer mit der "Association des Entrepreneurs Luxembourgeois de Lignes d'Autobus" (AELLA) unterzeichnet werden. Es dauerte jedoch bis 1982 als für die Busfahrer die 40-Stunden-Woche eingeführt wurde. Nach sehr langwierigen Verhandlungen, konnte 1975 der erste Kollektivvertrag für die Lkw-Fahrer mit der "Fédération des Commerçants - Groupement Transport" unterzeichnet werden. Dieser erste Kollektivvertrag sah eine 46-Stunden-Woche vor und es dauerte bis Mitte der 80er Jahre bis auch sie in den Genuss einer 40-Stunden-Woche kamen. Auch der Einsatz für die Taxifahrer hatte sich gelohnt. Am 1. Oktober 1976 konnte mit der "Fédération des Patrons-Loueurs de Taxis et d'Autos" ein erster Kollektivvertrag unterzeichnet werden. Unter dem Druck der ACAL wurden 1982 die ersten Aus- und Weiterbildungskurse für Berufskraftfahrer organisiert.

2001: Angliederung an den OGB-L

Eine größere Änderung erfolgte am 14. Januar 2001, als die ACAL-Mitglieder, anlässlich einer außerordentlichen Konferenz im Hollericher Kulturzentrum, mit 160 Ja-Stimmen und 6 Enthaltungen, beschlossen, den Landesverband zu verlassen und sich der größten Gewerkschaft Luxemburgs, dem OGBwL, anzuschließen. Am 26. Juni 2002 wurde ein Kooperationsvertrag mit dem OGB-L geschlossen. Seit dem 2. Oktober 2001 ist die ACAL Vollmitglied in der Europäischen Transportarbeiter Föderation (ETF) und der Internationalen Transportarbeiter Föderation (ITF). In Zeiten der Globalisierung ist eine Angliederung an europäische und internationale Dachverbände eine Notwendigkeit. Am 27. November 2001 erreichte uns die traurige Nachricht vom Tod des langjährigen ACAL-Vorsitzenden Guy Ross. Am 14. März 2002 trat Mett Waldbillig trat die Nachfolge von Guy Ross an.
Die ACAL hat ihren Sitz heute in Bartringen/Helfenterbrück. Weit über 2600 Mitglieder kämpfen geschlossen für eine Verbesserung ihrer Sozialbedingungen. Über eine eigene "Mutuelle" werden die ACAL-Mitglieder darüber hinaus auch in den staatlichen Gremien der Mutualität und in der "Caisse médico-chirurgicale" vertreten. Wie alle Abteilungen wird die ACAL von einer Syndikatsleitung gesteuert. Das Sekretariat setzt sich aus 4 hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zusammen.

MITGLIED WERDEN
Beitrittsantrag
SYNDIKATSLEITUNG
des OGB-L ACAL
Weiterbildungskurse
Verkehrsrechtsschutz
für Berufsfahrer
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LKW Kollektivvertrag
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